Cara – Der neue Stern am Art-Plattform-Himmel?

Hey liebe Pandas,

Am 7. August 2022 habe ich euch etwas Großes angekündigt! Eine Blogreihe über Alternativen zu Instagram. Tja, was soll ich euch sagen: Es mussten fast 2 Jahre vergehen, bevor ich mich dazu aufraffen konnte, euch eine weitere Plattform vorzustellen. Doch warum jetzt? Instagram hat ein neues Update veröffentlicht und beginnt damit, eine eigene KI mit den User-Inhalten zu trainieren. Klar, man kann dem widersprechen, wenn das eigene Land entsprechende Datenschutzgesetze hat. Glück für EU-Bürgerinnen, Pech für Bürgerinnen Brasiliens, Argentiniens, Ägyptens, Indiens oder vieler anderer Länder. Mal abgesehen davon, dass es schwieriger ist, Instagrams Widerspruchsformular zu finden, als den Skelettfund eines Brontosaurus zusammenzusetzen, ist es schlicht und einfach auch nicht nachprüfbar, ob Instagram dem Widerspruch folgt.

Aus diesem Grund wird es jetzt Zeit, euch eine neue Plattform vorzustellen, die in den letzten Wochen massiv gewachsen ist. Da ihr euch jetzt fast 2 Jahre geduldet habt, steigen wir direkt ein.

 

Cara – Was ist das?


Cara versteht sich selbst als eine Social- und Portfolio-Plattform. Die Zielgruppe sind alle Arten von Künstler*innen. Die Plattform wird von einem kleinen Team Freiwilliger gebaut und betreut. In den letzten Wochen ist Cara mehr und mehr in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Innerhalb weniger Tage nach dem letzten Instagram-Update hat Cara ca. 500.000 neue Nutzer gewinnen können. Aber warum ist das so? Das liegt vor allem an Caras AI-Positionierung. Die Plattform garantiert, dass der Content der User nicht für AI-Training genutzt wird. Weiterhin wird Content, der auf Cara gepostet wird, direkt beim Upload überprüft. Wird entdeckt, dass es sich dabei um AI-generated Content handelt, kann das Bild nicht auf Cara veröffentlicht werden. Außerdem hat Cara Software im Einsatz, die es den Usern ermöglicht, ihre Kunstwerke vor illegaler Nutzung durch AI zu schützen.

Im Kern ist Cara eine Mischung aus X (ehemals Twitter) und Instagram mit vertrauten und einigen neuen Features.

Was bietet euch Cara?

 

Cara wirkt optisch durch sein dunkles Design sehr edel und doch vertraut. Wer sich auf Instagram, X und Threads zurechtfindet, wird auf Cara keine Schwierigkeiten haben. Cara ist sowohl als App als auch über die Cara-Website voll nutzbar.

Euer Profil bei Cara besteht aus einem Profilbereich mit dem Profilbild, dem Nickname und der klassischen Bio.

Darunter findet ihr – je nachdem, ob ihr Content in diesem Bereich gepostet habt – verschiedene Reiter. Bei jedem Post auf Cara könnt ihr entscheiden, ob der Post in eurem Portfolio zu finden sein soll. Das Portfolio ist das Aushängeschild eures Cara-Profils. Es wird in einer klassischen Quadrat-Gitter-Optik über die komplette Seitenbreite angezeigt. Bei jedem Portfoliopost könnt ihr das Thumbnail zuschneiden. Auch animierte GIF-Thumbnails sind für das Portfolio möglich.

Alle weiteren Posts (also diejenigen, die ihr nicht für euer Portfolio markiert), werden im Reiter „All Posts“ angezeigt. Die Ansicht hier erinnert sehr an typische Microblogging-Dienste wie X oder Threads. Übrigens: Posts bei Cara dürfen maximal 5000 Zeichen lang sein. Es können Bilder und Videos gepostet werden. Posts können geliked, kommentiert oder repostet bzw. zitiert werden. Außerdem könnt ihr Beiträge speichern und in Alben („Bookmarks“) für euch sortieren. Auch der direkte Link zu einem Cara-Post lässt sich kopieren.

Im Reiter „Likes“ findet ihr alle Posts, die ihr geliked habt. Wenn ihr detaillierte Informationen über euch hinterlegen wollt, könnt ihr den „About“-Reiter bearbeiten. Eine kleine Besonderheit hier: Ihr könnt angeben, ob ihr für Praktika, Vertrags- oder Freelancerarbeiten, Teilzeit- oder Vollzeitjobs zur Verfügung steht.

Der letzte Reiter zeigt einen QR-Code an, der direkt auf euer Profil verweist. Doch dieser QR-Code kann noch mehr: Ihr könnt euch auf Cara anzeigen lassen, wann ihr QR-Codes von anderen Cara-Nutzer*innen gescannt habt. Dieses Feature nennt sich „QR Meets“ und erleichtert das Vernetzen – beispielsweise auf Conventions – extrem.

Hashtags funktionieren auf Cara ähnlich wie auf anderen Plattformen. Sucht einen Hashtag oder klickt darauf, und ihr bekommt alle Posts zu diesem Hashtag angezeigt. Eine kleine Besonderheit auf Cara sind die Kategorien. Von „Portraits“ über „Costume Design“ bis zu „3D Modelling“ stehen viele Kategorien zur Verfügung, denen ihr eure Portfolioposts zuordnen könnt. Diese Kategorien lassen sich einzeln von Benutzern ansteuern.

Cara personalisieren und die eigene Kunst schützen

 

Cara bietet ein paar einzigartige Features, die ich euch kurz vorstellen möchte: den „personalisierbaren Feed“, „Cara Glazed“ und die Jobbörse.

Ihr könnt bei Cara euren Feed individuell einstellen. Dabei könnt ihr die Zusammensetzung eures Feeds in 10er-Prozent-Schritten konfigurieren. Zum Beispiel könnt ihr euch zu 60 % Posts von Profilen anzeigen lassen, denen ihr folgt, zu 30 % Posts von Profilen aus dem Umfeld der Profile, denen ihr folgt, und zu 10 % Posts aus dem gesamten Cara-Netzwerk. So habt ihr eine schöne Möglichkeit, Cara auf eure Bedürfnisse anzupassen, je nachdem, ob ihr in eurer Bubble bleiben oder sie bewusst aufbrechen wollt.

Ein weiteres spannendes Feature ist „Glazed“. Die Software wurde an der University of Chicago entwickelt und soll eure Inhalte davor schützen, von AI reproduziert zu werden. Im Kern fügt Glazed hochgeladenen Bildern unsichtbare Informationen hinzu, die es AI-Bots erschweren, den individuellen Stil des Kunstwerks zu interpretieren und zu reproduzieren. Allerdings ist die Anzahl der Nutzungen von Glazed aktuell begrenzt. Ein cooles Feature ist es aber allemal.

Last but not least sei noch darauf hingewiesen, dass Cara eine integrierte Jobbörse besitzt. Dort finden Künstler*innen Jobangebote aus allen möglichen Bereichen. Mit dabei sind aktuell unter anderem Angebote von Blizzard und Riot Games.


Wie finanziert sich Cara?

 

Cara wird aktuell durch ein Team von Freiwilligen programmiert, gewartet und gepflegt. Die Finanzierung erfolgt momentan laut Caras Website ausschließlich über Community-Spenden auf buymeacoffee.

 

Fazit

Cara ist aktuell in Künstlerkreisen ein aufsteigender Stern. Mein erster Eindruck der App ist super positiv. Die Benutzerfreundlichkeit ist toll und trotz des aktuellen Useransturms läuft die App relativ stabil. Klar, das Tempo ist verbesserungswürdig. Allerdings ist die App noch in der Beta-Phase und dafür bin ich echt zufrieden.

Das Scrollen durch Cara macht mir persönlich Spaß, denn das Niveau auf Cara bewegt sich im semiprofessionellen / professionellen Bereich. Dieses Niveau spiegelt aus meiner Sicht auch die Zielgruppe von Cara wider. Hinweise darauf sind unter anderem die Auswahlfelder im „About“-Reiter, aber auch die eingebundene Jobbörse.

Ein ganz großer Pluspunkt für mich ist die AI-Politik von Cara. Die Schutzmechanismen mit Glazed sind ein tolles Feature, das auch noch ausgebaut werden soll.

Die Plattform steht noch ganz am Anfang. Entsprechend klein ist die Anzahl der Nutzer*innen. Circa 600.000 User sind für eine App in dieser Entwicklungsphase dennoch beachtlich. Und in den aktuellen App-Charts in den USA steht Cara vor Schwergewichten wie Discord oder X. Klar, das kann ein Hype sein. Vielleicht ist es aber auch die lang ersehnte Alternative zu Instagram.

Wenn ihr die App testen wollt, findet ihr sie im Google Play Store, im App Store oder auf der Website.

Euer Panda
PS: folgt mir gerne auf Cara 😉

 

Alle Pros & Cons in der Übersicht

Vorteile
  • Auf Künstler aller Art ausgerichtet
  • AI Bilder werden erkannt und nicht zugelassen
  • Glazed schützt Bilder
  • Cleanes und übersichtliches User Interface
  • Trennung von Portfolio und Timeline
  • Fühlt sich vertraut und doch neu an
  • Sehr aktive Entwickler und Community. Die Plattform fühlt sich lebendig an
Nachteile
  • Sehr auf die Kunstnische fokussiert. Lifestyle Content wird hier keinen Platz finden
  • Durch Fokus auf Künstler verkleinert sich die Potentielle Community
  • noch etwas langsame Performance

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