Dem Fotografen das Leben leicht machen

Ich habe euch gefragt, über welches Thema ich mal bloggen soll. Euer Wunsch: Tipps, wie man als Model dem Fotografen das Leben leichter machen kann. Hier sind 15 Tipps von mir und der Panda-Community.

Hey Pandas,

ich will ehrlich sein. Ich habe vor kurzem in einem schockierenden Moment der Bloggerklarheit erkannt, dass mein Blog seit einiger Zeit etwas brach liegt. Das ist ein Zustand, den ich in einer meiner typischen impulsiven Handlungen nicht mehr hinnehmen will. Zumindest solange mein Motivationsschub anhält. Es gilt also diesen Blog mit Leben zu füllen. Alles was ich dafür benötige ist ein Tee und eine Themenidee. Der Tee steht hier vor mir und die Themenidee habt ihr mir über Instagram geliefert. „Hast du ein paar Tipps und Tricks, wie Models dem Fotografen das Leben leichter machen können?“ Darüber musste ich etwas nachdenken und habe mir auch mal Input aus meiner Community geholt, den ich hier – fast Copy & Paste-mäßig – einfließen lassen will.

Wenn ich diese Frage beantworten möchte, dann muss ich mir tatsächlich erstmal darüber klar werden, was mir als Fotograf das Leben eigentlich schwer macht. Nun ist eine Herausforderung für mich dabei: Direkt während eines Shootings empfinde ich meist so viel Freude, dass mir gar nicht unbedingt auffällt, was mir das Leben jetzt leichter machen würde. Eigentlich ist das ja toll, nur macht es die Beantwortung der Frage schwerer. Aber hey: Ich stehe auf Herausforderungen. Also: Los geht’s.

„Willst du mit mir shooten?“ – „Klar, aber mehr als nur nen Vornamen!“

Das Shooting beginnt meistens schon mit dem ersten Kontakt zwischen Cosplayer und Fotografen. „Ich würde gerne mal mit dir shooten!“ Wenn mir ein Cosplayer diesen Satz schreibt, ist bei mir da im ersten Moment eine meeenge Stolz. Denn hey: Dieser Mensch mag meine Arbeit so heftig, dass er Zeit investieren will, um mit mir seine Ideen zu realisieren. Eine super coole Sache. Im nächsten Schritt schaltet sich dann mein Hirn ein und fragt: „Bevor du in deinem stolzen Hormonrausch sofort „Ja sofort!“ antwortest, klopfe doch erstmal ab, was dieser Mensch da eigentlich mit dir shooten will!“ Wenn ich das dann in Erfahrung bringen möchte, fangen die ersten, nervigen Hürden schon an: Die Namen der Charaktere.

Mein Tipp und Wunsch ist: Bitte teilt dem Fotografen den kompletten Namen des Charakters mit. Und wenn ihr das tut, dann schiebt bitte sofort noch den Namen des Anime, Spiels, Films, etc. dazu. Warum mir das wichtig ist? Weil ich – und ja das sage ich jetzt voller Überzeugung – stinkend faul bin. Tatsächlich kenne ich nicht alle Filme, nicht alle Manga und Anime und auch nicht alle sonstigen Fandoms. Ich kann mit vielen Charakternamen überhaupt nichts anfangen.  Wenn ich als Fotograf also die Frage stelle, welches Cosplay denn auf der Wunschliste steht und ich als Antwort bekomme: „Rin“, dann bin ich gezwungen nachzufragen. Welcher oder welche Rin? Rin Tohsaka aus „Fate“? Rin Tsuchimi aus „Shuffle!“? Oder vielleicht Rin Hoshizora aus „Love Live“? Ich weiß es nicht. Und im schlimmsten Fall kann ich mit dem Namen des Charakters wirklich überhaupt nichts anfangen.

Einmal kurz zurückfragen ist natürlich an dieser Stelle nicht das Thema. Ein Thema wird das Ganze dann, wenn mir ein Model die eigene Portfolioliste mit über 30 Einträgen schickt und darin nur die Vornamen der Charaktere, sowie in Klammern vielleicht noch die Version des Outfits stehen. Spätestens dann beginnt ein nerviges Suchspiel. Denn: Da ich die Charaktere im Zweifel nur am Vornamen nicht erkenne, fange ich dann an zu googlen um einen visuellen Eindruck zu bekommen. Leider sind Googles Skills im Finden von Charakterbildern auf Vornamenbasis doch äußerst beschränkt. Das ist ein Punkt, an dem mir schon einmal fast die Lust vergangen ist, mich weiter mit dem Cosplayer zu befassen. Ihr helft mir (und sicher auch anderen Fotografen da draußen) schon sehr, wenn ihr ihm oder ihr folgende Infos von vornherein mitgebt: Vollständiger Name des Charakters, die Serie, den Film, das Spiel, etc des Charakters und ganz großartig seid ihr, wenn ihr gleich vorab schon mal ein Charakterbild mitschickt. Noch viel besser ist natürlich ein Bild von euch in dem Cosplay. Dann bekommt der Fotograf sofort einen Eindruck von eurer Arbeit und kann sofort einschätzen, ob die Zusammenarbeit für ihn interessant ist. So brauchen wir Fotografen nicht selbst recherchieren (und daran gegebenenfalls verzweifeln) und wir müssen nicht zu jedem eurer Cosplays die simpelsten Rückfragen stellen.

Hier schließt sich dann auch gleich der nächste Tipp an: Tauscht euch mit dem Fotografen über den Charakter aus.

Gerade wenn Ich den Charakter nicht kenne, bin ich dankbar über jeden Input im Vorfeld, um mich auf das Shooting vorbereiten zu können. Ist der Charakter böse oder süß oder vielleicht beides? Hat er seltsame Ticks – wie z.B., dass er die ganze Zeit Schokolade futtert? Hat er Ängste? Ist er eher ernst oder auch mal (unfreiwillig) komisch? All diese Informationen helfen mir als Fotografen, Ideen zu entwickeln und vielleicht auch was verrücktes auszuprobieren. Natürlich ist es großartig, wenn ihr schon selbst tolle und konkrete Ideen habt. Da ist jeder Fotograf dankbar für. 

„Lass uns den Charakter gemeinsam in Szene setzen“

Apropos Ideen: Das Ziel jeder Idee ist es umgesetzt zu werden, sofern sie genial genug ist. Denken wir uns mal einen Schritt weiter: Model und Fotograf haben nach intensiver, einfacher und fruchtbarerer Einstiegskommunikation schon ein kleines Ideenpflänzchen zum Blühen gebracht. Der Charakter ist klar, die Location steht und ihr würdet eigentlich am liebsten sofort loslegen. An dieser Stelle mache ich als Fotograf schon proaktiv etwas, um mir – total egoistisch – das Leben zu erleichtern: Ich frage das Model nach den eigenen Bildideen, Posing-Beispielen und so weiter. Diese nutze ich dann, um mir für meine Shootings Moodboards zu erstellen, die ich am Tag des Shootings als Inspiration dann immer in der Tasche habe. Meine Bitte an Euch: Sucht euch vorher Beispielbilder zusammen, erstellt euch vielleicht selbst eine kleine Sammlung mit Inspirationen und Posen. Das hilft allen. Letztendlich sollen ja tatsächlich auch eure Ideen im Shooting mit umgesetzt werden *zwinker*. Sollte der Fotograf nicht von sich aus auf euch zukommen und nachfragen, dann teilt Eure Ideen trotzdem am besten schon vor dem Shooting mit ihm oder ihr. Auch wenn der Fotograf es selbst noch nicht weiß: Das Wissen um die Bildideen in eurem Kopf wird dem Fotografen beim Shooting helfen.

Wenn wir schon beim Thema helfen sind, dann kommt hier ein Tipp, der allen hilft: Übt eure Wunsch-Posen vor dem Shooting am Besten schon vor dem Spiegel! Süße Geschichte am Rande: Ein Model mit dem ich super gerne arbeite – und das mir sehr ans Herz gewachsen ist – hat mir vor unserem ersten Shooting mal erzählt, dass sie extra für unser Shooting das Posen geübt hat, weil sie „für meine Bilder gut genug sein wollte.“ Diese Aussage fand ich dermaßen zuckersüß und überwältigend, dass ich erst mal Luft holen musste. Grundsätzlich gilt: Für mich ist es nicht entscheidend, ob ein Mensch „gut genug ist“. Ich shoote auch mit Menschen, die keinerlei Kameraerfahrung haben. Und es macht mir wahnsinnig Spaß. Es ist für mich als Fotograf zusätzlich noch viel schöner, wenn das Model schon selbstsicher in der Pose ist und ich nur noch kleine Nuancen korrigieren muss. So kann ich mich voll und ganz auf meinem Job konzentrieren: Euch gut in meinem kleinen Wunderkasten einzufangen. Das Ganze macht die Sache nicht nur für mich als Fotografen entspannt, sondern sorgt zusätzlich dafür, dass ihr euch sicherer fühlt. Vertraut mir: Diese Sicherheit sieht der begeisterte Instagram Follower nachher auch auf dem fertigen Bild.

 

„Lasst uns mit dem Shooting loslegen – Wenn alles Perfekt ist“

Hand aufs Herz: Das klingt bisher alles nach wahnsinnig vielen Vorbereitungen oder? Also spanne ich Euch nicht weiter auf die Folter und begebe mich mit euch auf der Zeitleiste ein Stück weiter vorwärts. Herzlich willkommen kurz vor dem Shooting.

An dieser Stelle kommt jetzt ein Tipp zu einem Thema, dass mir ehrlicherweise gar nicht bewusst war, in der Community dann tatsächlich doch öfter genannt wurde (und hier vor allem vom Fotografen):

Bitte bügelt euer Cosplay vor dem Shooting!

Ich habe kurz über diesen Punkt nachgedacht und mir ist das Thema an der ein oder anderen Stelle tatsächlich schon aufgefallen. Meistens habe ich ein paar Kleinigkeiten im Photoshop korrigiert und das war’s dann. Tatsächlich ist das aber eine Arbeit, die nicht hätte sein müssen, wenn das Cosplay gebügelt gewesen wäre. Und wie das immer so ist: Eine Kleinigkeit ist sicher kein Thema. Zehn Kleinigkeiten sind dann aber schon ein gewisser Aufwand. Außerdem glaube ich tatsächlich, dass nicht jeder Fotograf jede unschöne Falte im Cosplay sieht oder korrigiert. Ich persönlich kann mir nichts Ärgerlicheres vorstellen, als wenn ein Bild am Ende wegen eines knittrigen Outfits an Perfektion verliert. Seid ehrlich zu euch selbst: Ihr steckt so viele Stunden Arbeit in eure Projekte. Ist euch die eigene Arbeit so wenig wert, dass die Ergebnisse am Ende durch solche vermeidbaren Kleinigkeiten geschmälert werden? (Ich hoffe inständig, dass diese Frage jetzt niemand mit „Ja“ beantwortet *betet inbrünstig*)

Apropos unnötige Arbeit im Photoshop und ärgerliche „Bildzerstörer“: Ein Thema, dass bei mir mittlerweile die Nerven blank liegen lässt, sind Perücken. Ich weiß, dass ist ein schwieriges Thema. Noch dazu eines, bei dem ich mich so gar nicht auskenne. Trotzdem: Nichts treibt mich mehr in den Wahnsinn als im Photoshop intensiv die Perücke „nachstylen“ zu müssen. Ganz schlimm ist es, wenn mir das schon beim Shooting auffällt und ich innerlich schon denke: „Oh mein Gott, die Photoshop-Stunden bäumen sich jetzt schon vor mir auf!“ *Panikmodus* Deshalb flehe ich euch an: Pflegt Eure Wigs. Verwendet bitte viel Zeit darauf. Da geht es nicht nur um die klassischen statisch aufgeladenen Haare, die sich widerspenstig in alle Richtungen kräuseln, wie die Schlangen der Medusa. Da geht es auch um Dinge, wie den Ansatz. Nichts frustriert mich mehr, als bei einer Perücke ohne Mühe zu sehen, dass es Selbige ist, dass sie nicht fest ist oder schief sitzt. 

Da ich selber keine Ahnung von Perückenpflege habe, bin ich mal in die weiten des Internets gelaufen und habe nach Tipps für euch gesucht. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen schon hilfreich: Tipps zur Perückenpflege.

Als letzter Tipp vor dem Shooting noch ein Thema, dass tatsächlich größere Relevanz hat, als mancher glaubt: Props sind Gold!

Waffen, Zauberstäbe, Bücher, Blätter, Kelche, Laternen, etc. erweitern die kreativen Möglichkeiten für Bilder enorm. Manchmal hat der Fotograf Requisiten auf Lager. Sprecht auf jeden Fall vorher darüber. Ansonsten: Nehmt euch die Zeit und gestaltet welche. Mal ehrlich: Was wäre ein Harry Potter ohne Zauberstab? Was wäre eine Saber aus Fate ohne ein Schwert? Macht euch und dem Fotografen das Posen leicht: Habt Props griffbereit.

Der Tag des Shootings – Wir wollen alle einen tollen Tag

Wenn ihr bis hier her gelesen habt, dann Glückwunsch! Willkommen zum großen Shootingtag. Ihr seid gerade aufgestanden, habt euer Früchstückskäffchen oder -Teechen geschlürft und im Idealfall auch etwas gegessen. Glaubt mir: Geht nie hungrig zu einem Shooting. Schon gar nicht, wenn ihr wisst, dass sich der Hunger auf euren Umgang mit Menschen auswirkt. Das ist jetzt kein offizieller Tipp. Achtet aber auf Euch. Essen und viel trinken ist wichtig. *dieser Bemutterungssevice wurde Ihnen präsentiert von „Der Fürsorgepanda“*

Auf geht’s! Rein ins Cos und ab die Post. Wenn wir über Cosplayfotografie reden, dann kommt – zumindest bei mir – immer das Thema Hautretusche mit auf. Und wenn ihr mir (und auch anderen Fotografen) das Leben erleichtern möchtet, hier ein wichtiger Tipp: Gutes Make-Up ist ein Segen für gute Bilder. „Wir Fotografen“ können vieles im Photoshop bearbeiten. „Wir Fotografen“ sind aber auch über jedes Detail froh, dass in der Realität schon so perfekt war, dass wir es nicht mehr digital „verschönern“ müssen. Ganz großartig ist es natürlich, wenn man am Shootingtag einen Make-Up-.Artist mit am Set hat. (Ich persönlich kenne leider keinen dieser Zauberer. Tatsächlich fehlt mir hier ein bisschen das Netzwerk). Das wird doch leider in den seltensten Fällen der Fall sein. Deswegen: Unterschätzt die Bedeutung von Make-Up für den Fotografen nicht.

Das Make-Up sitzt? Die Perücke ist perfekt gepflegt? Das Cos gebügelt und perfekt vorbereitet und die Props sind eingepackt? Dann geht’s ab zu Shooting.

An dieser Stelle ein wichtiger Tipp: Plant immer genug Pufferzeit ein, um pünktlich zum vereinbarten Termin da zu sein! (GERADE bei Conventions!) Ich habe leider als Fotograf auch schon viel zu oft auf Models warten müssen, weil die Cosplayer entweder von anderen Menschen abhängig waren, die sich nicht so verhalten haben, wie erwartet, oder die sich schlicht und ergreifend unrealistische Tagesabläufe geplant – oder eben nicht geplant haben. Ich nehme mir gerne Zeit für Shootings. Aber meistens habe ich im Nachgang noch weitere Termine. Im schlimmsten Fall, ist sogar ein Studio oder eine Location für eine begrenzte Zeit gebucht. Dann gehen Verspätungen zu Lasten Aller, und es wurde noch Geld dafür bezahlt. Wisst ihr aber was das blödeste Gefühl der Welt ist? Auf eine Con zu stehen „wie bestellt und nicht abgeholt“. Also bitte: Seid pünktlich! Und wenn ihr einen Termin nicht wahrnehmen könnt, oder Zweifel daran habt, dass alles wie geplant klappt, bindet den Fotografen bitte so früh wie möglich ein.

 

Kommunikation ist Alles – Und was noch Wichtiger ist: Spass!

Jetzt lasst uns aber endlich anfangen zu shooten. Schließlich wollt ihr eure gemeinsam entwickelten Bildideen und eure aufwändig einstudierten Posen in eurem großartigen Cosplay jetzt für immer in Bilder bannen. Eine Sache die dafür wichtig ist:

Habt Spaß dabei! (Anmerkung des Pandas: DAS IST DER WICHTIGSTE ALLER TIPPS!!!)

Spaß und Entspanntheit sieht man auf jedem Bild. Selbst bei einer fordernden Pose. Natürlich spielen hier der Fotograf und der Umgang miteinander eine große Rolle. Damit der vielleicht noch etwas besser funktioniert, kommen jetzt einige Tipps, die dem Fotografen das Leben leichter machen, obwohl dieser es selbst vielleicht gar nicht weiß.

Tipp: Schaut euch nach einigen Bildern immer gemeinsam mit dem Fotografen auf der Kamera die Bilder an! 

Euch ist sicher schon mal aufgefallen, dass ihr bei eigenen Bildern viel mehr Details bemerkt, als andere Menschen. Und genau diese andere Wahrnehmung ist ein Schatz für jeden Fotografen. Denn so kann der Fotograf auf Dinge eingehen, die euch selbst nicht gefallen. Möglicherweise kann euch der Fotograf mit seiner Wahrnehmung einen ganz anderen, neuen, Blickwinkel auf das Bild geben. So arbeitet ihr euch gemeinsam Stück für Stück zum perfekten Bild.

Übrigens: Wenn ihr schon, mit dem Fotografen zusammen auf das Display der Kamera schaut, denkt daran: Fotografen lieben Anerkennung für ihre Arbeit. Nicht mögen! LIEEEBEN! Ein ernst gemeintes freundliches „Bauchpinseln“ ist Gold wert. Was hindert euch bei einem Bild einfach mal ehrlich zu sagen: „Das sieht super aus!“ ? 
Der Tipp an der Stelle: Gebt auch positives Feedback während des Shootings!

Laufendes Feedback während des Shootings ist generell eine Sache, die essentiell wichtig ist. Ich könnte hier jetzt einen Roman zum Feedback-Geben schreiben. An dieser Stelle sei nur soviel gesagt:

Wenn ihr Euch unwohl fühlt: Sprecht es an. Wenn euch ein Bild nicht gefällt: Sprecht es an! Und vor allem: Seid ehrlich zum Fotografen und zu euch selbst. Niemandem (wirklich Niemandem) ist mit einem „Ja, das ist hübsch“ aus Höflichkeit geholfen! 

Deshalb Feedback-Tipp Nr. 2: Gebt immer ehrliches und konkretes Feedback!

Zum Schluss des Shootingtages habe ich noch einen Tipp aus der Community bekommen, den ich absolut großartig finde. Deshalb möchte ich ihn euch auch mitgeben: Tipp: Lacht gemeinsam mit dem Fotografen über „Outtake Bilder“. Und macht auch einfach mal „alberne“ Bilder. Das lockert auf und macht Allen das Leben leichter.

NacH dem Shooting ist vor dem Bearbeiten

Das Shooting ist geschafft. ihr fahrt heim und fallt glücklich in euer Bett. Doch schon am nächsten Tag merkt ihr, dass jetzt die schwierigste Phase des Shootings für euch begonnen hat. Dieses neugierig, nervöse Warten auf die Bilder. In dieser Phase habe ich nur einen Tipp für euch: Bleibt entspannt und geduldig.

Der Fotograf macht sich jetzt daran eure Bilder zu finalisieren. An dieser Stelle spreche ich jetzt für mich – und ich bin da sicher ein Extremfall: Mein Job lässt mir verdammt wenig Spielraum zum Bearbeiten von Bildern. Und es kann bei mir – leider – schon mal Monate dauern, bis ich Bilder bearbeitet habe. Das kommuniziere ich aber auch klar und ehrlich, um Frust auf beiden Seiten zu vermeiden. Die meisten Fotografen werden nicht so lange brauchen. Vergesst jedoch bitte nicht: Bildbearbeitung kann eine sehr aufwändige Sache sein. Neben Beruf, Freunden und Familie kann es schon mal etwas dauern, bis die Ergebnisse bei euch ankommen. Nach einer gewissen Zeit könnt ihr natürlich auch nachfragen. Bleibt dabei aber bitte freundlich und vor allem: ohne Vorwürfe. Ihr habt verdammt viel Zeit in die Schaffung eures Teils – des Cosplays – gesteckt. Jetzt gebt dem Fotografen bitte auch die Möglichkeit, verdammt viel Zeit und Herzblut in seinen Teil – das Bild – zu stecken. Geduld ist hier eine Tugend. Und eines kann ich euch aus Erfahrung sagen: Bildbearbeitung ist – je nach Aufwand – ein kreativer Prozess. Stress und Druck können Menschen in diesem Prozess behindern oder blockieren. Und nichts ist ätzender, als sich durch ein Bild zu quälen, weil man das Gefühl hat, das jetzt unbedingt machen zu müssen.

Ich verstehe, dass ihr natürlich auf die Bilder wartet. Und ich bin überzeugt davon: Die meisten Fotografen werden versuchen euch Ergebnisse zu liefern, so schnell es Ihnen möglich ist. Vertraut darauf!  

Zur Erinnerung: Habt Spass!

Bei aller Vorbereitung, Rücksicht und Kommunikation, bei allem Feedback, aller Anstrengung und allen Kleinigkeiten, gibt es eine Sache, auf die ich an dieser Stelle noch einmal hinweisen möchte: Am einfachsten macht ihr dem Fotografen das Leben, wenn ihr im Kern immer ihr selbst seid und alles dafür tut, dass ihr alle gemeinsam einen tollen Tag habt. Spaß und Natürlichkeit sind die Magie, die aus einem Bild ein Kunstwerk macht. Und das Schöne an dieser Magie: Wenn Sie wirkt, muss man sich überhaupt nicht anstrengen. Sie macht das Leben leichter. Eures, und das des Fotografen. Eure innere Einstellung trägt dazu wahnsinnig viel bei. Ihr seid toll. Ihr steckt Herzblut in eure Arbeit. Und es ist das Mindeste, dass ihr das auch vor der Kamera zeigt.

Ich freue mich wahnsinnig über die vielen Reaktionen aus meiner Community. Ein besonderer Dank geht an die liebe sch.owo.kie, die sich wahnsinnig intensiv mit dem Thema befasst hat und mir super viele Ideen und Blickwinkel gegeben hat. 

Habt ihr noch weitere Tipps? Dann immer her damit. Lasst gerne einen Kommentar da. Ich freue mich darauf.

Bis dahin: 

Alles Gute für euch! 

PS: Unten noch ein paar Rückmeldungen zu der Frage nach den Tipps aus meiner grandiosen Panda-Community. Außerdem habe ich euch unten die Topps nochmal in aller Kürze zusammengafasst.

Das habt ihr geantwortet

Wie können Cosplayer dem Fotografen, das Leben leichter machen?

„Ihr Make-Up gut machen. Auch wenn wir alles im Photoshop regeln können.“

nekos_camera (instagram)

Fotografin

„Das Cosplay bügeln und sich vorher wenigstens ein paar eigene Posen raussuchen“

xnovane (instagram)

Cosplayerin

„Keine angespannte Atmosphäre und zusammen mit dem Fotografen über doofe Bilder lachen.“

elli_alice_luna (instagram)

Fotografin

„Vorher absprechen, in welche Richtung die Posen gehen sollen und eventuell auch schon Bilder mitschicken.“

peachyhylian (instagram)

Cosplayerin

„Die harte Arbeit des Fotografen auch würdigen und geduldig sein, wenn die Fotos nicht sofort fertig sein sollten“

beyondfantasycosplay (instagram)

Cosplayer-Duo

„Als Model muss man bei Posen auch einfach selbst kreativ werden, um so die Grundlage zu bauen.“

sosocosplay (instagram)

Cosplayerin

„Redet mit euren Fotografen, was es mit dem Cosplay und dem Fandom an sich hat. So kann sich auch der Fotograf darauf einstellen. So kommt dieser vlt auch noch auf eine gute Idee und weiß später, in welcher Stimmung er das Bild weiter bearbeiten kann.“ 

sch.owo.kie (instagram)

Cosplayerin

Die Tipps in Kürze

Tipp 1: Teilt dem Fotografen alle Infos zum Charakter mit

Das mineste sind Vorname, Nachname, Herkunft (Name der Serie, des Anime, des Spiels oder Films). Im Idealfall schickt ihr noch ein Bild des Charakters, oder – noch besser – ein Bild von euch im fertigen Cosplay. Das gibt dem Fotografen einen Eindruck, worum es geht. Denkt immer dran: Der Fotograf kennt den Charakter oder das Fandom vielleicht nicht.

Tipp 2: Tauscht euch mit dem Fotografen über den Charakter aus

Tauscht euch über das Wesen des Charakters, seine Vorlieben, Ängste, Charakterzüge usw aus. Jedes Detail kann inspirierend sein. Und gerade wenn der Fotograf den Charakter nicht kennt, hilft ihm dieser Austausch ungemein.

Tipp 3 - Sucht Beispielbilder und macht euch eine Posensammlung

Eine Sammlung von Posingideen und Beispielbildern, die ihr vielleicht vorher mit dem Fotografen austauscht oder sogar beim Shooting dabei habt, kann eine kreative Goldgrube sein und gibt euch Sicherheit.

Tipp 4 - Übt Posen vor dem Spiegel

Je sicherer ihr im posing seid, desto mehr kann sich der Fotograf auf das perfekte Bild konzentrieren. Nehmt euch die Zeit. Es lohnt sich und ihr werdet dadurch viel sicherer.

Tipp 5 - Bügelt euer Cosplay

Ihr steckt soviel Zeit in euer Cosplay. Bitte bügelt es vor dem Shooting. Dadurch sieht es nicht nur real besser aus, sondern auch auf dem Bild. Und was in der Realität perfekt ist, brauch der Fotograf im Photoshop nicht verschönern. Das spart dem Fotografen Zeit und Nerven.

Tipp 6 - Pflegt eure Wigs

Perpücken können für den Fotografen zum Horror werden und das schönste Bild zerstören. Die Haare sind auf jedem Bild zu sehen und sollten daher auch eine riesen Aufmerksamkeit bekommen. Tipps und Tricks dazu gibts hier in den Weiten des Netzes.

Tipp 7: Props sind Gold

Egal ob Waffe, Zauberstab, Buch oder Kelch. Kleine Requisiten machen das Bild lebendiger und erweitern die kreativen Möglichkeiten. So wird das Leben für alle leichter. Sprecht auch mit dem Fotografen. Manche Fotografen haben selbst Requisiten für Shootings.

Tipp 8 - Gutes Make-Up ist ein Segen für tolle Bilder

Das Make-Up ist mit das wichtigste am Cosplay und für viele Fotografen ein absolut wichtiger Punkt. Da ihr nicht immer einen Make-Up-Artist am Set haben werdet, ist es gut, sich für das Make-Up Zeit zu nehmen.

Denkt dran: Was in der Realität schon toll ist, muss am Ende nicht mehr digital verschönert werden.

Tipp 9 - Plant immer genug Zeit ein und seid pünktlich

Pünktlichkeit ist wichtig. Der Fotograf und ihr habt schließlich eine Zeit ausgemacht. Natürlich wird sich der Fotograf darauf einrichten. Und gerade bei Conventions solltet ihr genug Zeit einplanen um dann auch pünktlich vor Ort zu sein.

Bei einem Out of Con Shooting ist im schlimmsten Fall sogar eine kostenpflichtige Location für eine begrenzte Zeit gebucht. Wäre doch schade, wenn das umsonst wäre.

Wenn ihr merkt, dass irgendwas nicht klappt oder eng wird, bindet den Fotografen bitte so früh wie möglich ein.

Tipp 10 - Schaut euch die Bilder mit dem Fotografen gemeinsam an

Schaut beim Shooting von Zeit zu Zeit gemeinsam auf das Display der Kamera und betrachtet die Bilder. So könnt ihr euch einbringen und dem Fotografen wertvolle Tipps geben. Ihr werden nämlich auf Details achten, die er vielleicht nicht sieht. So kommt ihr Schritt für Schritt ans perfekte Bild.

Tipp 11 - Gebt auch positives Feedback während des Shootings

Wenn ihr schon seht, dass ein Bild toll ist, oder ihr euch super wohlfühlt, teilt das dem Fotografen auch mit. Wichtig ist: Es muss ehrlich gemeint sein.

 

Denkt dran: Fotografen lieben Lob Anerkennung. Nicht mögen! LIEEEBEN!

Tipp 12 - Ehrliches und konkretes Feedback

Wenn euch etwas nicht gefällt, dann sprecht es an. Ihr fühlt euch unwohl? Sagt es! Euch gefällt ein Bild nicht? Sagt es! Niemandem ist mit einem „Ja, ist schön!“ aus reine Höflichkeit geholfen. 

Wenn etwas nicht passt gebt dem Fotografen die Chance das zu ändern. Wichtig dafür ist: Er muss wissen, was euch stört.

Tipp 13 - Lacht über Outtakes. Seid albern!

Lacht gemeinsam mit dem Fotografen. Traut euch auch mal alberne Bilöder zu machen. Das lockert auf und sorgt für tolle Erinnerungen.

Tipp 14 - Bleibt entspannt und geduldig

Nach dem Shooting ist das Warten auf die Bilder manchmal eine Qual. Denkt daran: Auch der Fotograf hat Job, Freunde und Familie.

Ihr habt verdammt viel Zeit in euer Cos gesteckt. Jetzt gebt dem Fotografen die Chance auch viel Zeit in euer Bild zu stecken. Bildbearbeitung kann sehr aufwändig und zeitintensiv sein.

DER WICHTIGSTE TIPP - Habt Spaß und seid natürlich

Spaß ist das A & O. Eine positive Einstellung, Spaß und Natürlichkeit machen den Unterschied zwischen einem Bild und einem Kunstwerk